Landesjugendpfarrer Eberhard Klein verabschiedet
Der Erfinder des Jugendkirchentages wurde verabschiedet.
Pfarrer Eberhard Klein wurde am 23. August aus seinem Amt als Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und als Leiter des Fachbereichs Kinder- und Jugendarbeit verabschiedet. Er arbeitet ab Oktober als Geschäftsführer der Jugendkulturkirche sankt peter in Frankfurt.
Eberhard Klein, 53 Jahre alt, war seit 1. August 1997 Landesjugendpfarrer der EKHN und Leiter des Amtes für Kinder- und Jugendarbeit, zuletzt Fachbereichsleiter im Zentrum Bildung der EKHN.
Zu seinen besonderen Verdiensten gehören die Jugendkirchentage der EKHN, deren Initiator und Projektleiter er war. 2002 fand der erste in Gießen und 2008 der vierte in Rüsselsheim unter der Regie von Eberhard Klein statt. „Ein Event, der an der Lebenswelt und dem Lebensgefühl von Jugendlichen anknüpft, und bei der Zielgruppe gut ankommt“, würdigt Martina Klein, Leiterin des Zentrum Bildung, den Erfolg des Projektes. Eberhard Klein hatte die Idee dazu und die Ausdauer, die kirchlichen Leitungsgremien von seinem Konzept zu überzeugen. Als Projektmanager bewies er Organisationstalent, seine Vision von einer jugendfreundlichen Kirche umzusetzen, zusammen mit dem Team der Arbeitsstelle und vielen Unterstützern aus der Kinder- und Jugendarbeit. Sein Anspruch war es, Kirche erlebbar zu machen und zwar als „Kirche, die Spaß am Leben hat, oder wie es im Alten Testament steht, die Freude am Herrn zeigt“, sagt Eberhard Klein rückblickend.
Als Landesjugendpfarrer hat er Prozesse angestoßen und begleitet, die das Profil und das Selbstverständnis der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit geschärft haben. Unter seiner Regie wurde ein Leitbild entwickelt und veröffentlicht. Unter dem Titel „Zwölf Bausteine – ein Profil“ gibt es Orientierung für eine zukunftsfähige Evangelische Kinder- und Jugendarbeit.
In seine Amtszeit fiel die Gründung des kirchlichen Jugendverbandes Evangelische Jugend Hessen Nassau e. V. (EJHN), die er mit vorangetrieben hat. Stets machte er es zu seiner Sache, die Selbstvertretungsorgane der Evangelischen Jugend zu stärken. Ebenso hat er die kirchliche Zusammenarbeit mit den evangelischen Jugendwerken und Jugendverbänden gefördert und die Jugendwerkstatt Gießen bei ihren strukturellen Veränderungen unterstützt.
Auch für das Projekt Jugendkulturkirche in Frankfurt hat er sich von Anfang an engagiert, zunächst bei der konzeptionellen Entwicklung und später als Mitglied des Aufsichtsrates.
Ein weiteres Anliegen war ihm, die Häuser der Kirche für Kinder und Jugendliche offen zu halten. So setzte er sich beharrlich für den Ausbau und den Erhalt der beiden evangelischen Tagungshäuser in Höchst und Hohensolms ein.
„Mir geht es darum, dass Kinder und Jugendliche eine Kirche erleben, die Räume eröff-net in denen sie Stärkung und Wärme erfahren, Lebenslust erleben und Perspektiven entdecken“, sagt Eberhard Klein. „Kinder- und Jugendarbeit ist ein starkes Stück von Kirche“, davon ist er überzeugt. In seiner zwölfjährigen Amtszeit wurde er nicht müde, sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen zu engagieren. Als Landesjugendpfarrer verstand er sich als „Anwalt“, der sich der Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen annimmt. Etwa alle zwei Jahre verschaffte er sich Gehör vor der Synode mit dem Bericht zur Lebenssituation und zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der hessen-nassauischen Kirche.
In der Funktion des Landesjugendpfarrers vertrat Eberhard Klein die landeskirchliche Kin-der- und Jugendarbeit in mehreren Delegationen und Gremien: in der Arbeitsgemein-schaft der Landesjugendpfarrer/-innen in der EKD, in der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in der Bundesrepublik Deutschland (aej), im Vorstand der Jugendwerkstatt Gießen e.V., als Mitglied im Aufsichtsrat der Jugendkulturkirche sankt peter gGmbH und Service GmbH sowie als Berater des Vorstandes der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau (EJHN e.V.).
In enger Zusammenarbeit mit dem Polnisch-Ökumenischen Rat und deren Jugendorganisationen war Eberhard Klein als Landesjugendpfarrer der EKHN maßgeblich am Aufbau partnerschaftlicher Kontakte beteiligt, aus denen viele Jugend-begegnungsreisen und Partnerschaften mit Dekanaten entstanden sind.
Bei der offiziellen Verabschiedung, die am 23. August um 15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Höchst/ Odw. stattfand, hielt Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Stein-acker die Predigt. Ab 16 Uhr lud das Zentrum Bildung der EKHN zu einem Empfang im Tagungshaus Kloster Höchst ein.






