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Echt Stark



Fachtag zum Situationsorientierten Gewaltpräventions- und Deeskalationstraining


„Echt Stark“ unter diesem Motto stand der Fachtag des Fachbereiches Kinder- und Jugendarbeit im Zentrum Bildung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau. Mitarbeitende aus dem Gemeindepädagogischen Dienst, aus der ehrenamtlichen Arbeit und aus Kindertagesstätten waren am 03.09.2010 nach Darmstadt gekommen, um mehr über Gewaltprävention und Deeskalation zu lernen.

Es begann mit einem Tagesimpuls, der die Frage stellte „Was ist stark?“. Der biblische Text stammt aus dem Alten Testament, Jesaja 53,1 – 5.

Daniela Kreh, ausgebildete Sozialtherapeutin und Sozialpädagogin, gestaltete mit Simone Reinisch, Beauftragte für die Arbeit mit Kindern, den Fachtag praxisorientiert.

Zunächst einmal lernten sich die Teilnehmenden näher kennen, verbunden mit einem spielerischen Einstieg. Die Ziele des Fachtages und das Programm wurden vorgestellt. Danach wurde die pädagogische Praxis von Einzelnen beleuchtet. Wesentlicher Erfahrungshintergrund war die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Teilnehmenden, die Gewalt und Grenzenlosigkeit erleben, und die damit häufig allein gelassen werden. Sie erleben sowohl Gewalt in ihrem Umfeld und geben diese weiter oder erstarren in der Opferrolle. Das Erleben von körperlicher Stärke, Spaß an der Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen war die kraftvolle Grundlage des Fachtages. Der Wahrnehmungs- und Handlungsspielraum der Mitarbeitenden wurde vergrößert. Die Teilnehmenden übten den verantwortungsbewussten Umgang mit eigenen Aggressionen ebenso wie den sicheren und deeskalierenden Umgang mit Gewalt durch Andere. Sie gelangten zu der Überzeugung: Je früher die Kinder diese Trainings kennenlernen, umso besser! Denn es kann sich schon im Alter ab 6 Jahren und früher als offensichtlich ganz „normal“ einprägen, dass sich Große gegen Kleine, Starke gegen Schwache, Jungen gegen Mädchen oder Laute gegen Leise durchsetzen. Die Teilnehmenden schärften ihr kritisches Bewusstsein dafür, darauf aktiv und reflektiert Einfluss zu nehmen. Dies geschah durch mehrere Übungen. Die Erste war eine reine Wahrnehmungsübung, wie man einem fremden Menschen begegnet. Die zweite Übung war eine zu der Frage „Was ist Gewalt?“. Dazu gab es mehrere Definitionen, zu denen sich die TeilnehmerInnen positionierten. Nach der Mittagspause stellten sie sich die Frage „Was ist gewaltfreie Kommunikation?“. Nach einem theoretischen Input und einer Kaffeepause erprobten sich die Mitarbeitenden an Kampfspielen, die ein Angebot waren mit den positiven und negativen Aspekten von Aggressionen umzugehen. Zum Abschluss gab es noch einmal eine Konzentrations- und Wahrnehmungsübung. Für die Arbeit mit Kindern gab es zum Schluss Materialempfehlungen und Literaturtipps. Die Teilnehmenden verließen die Tagung mit vielen neuen Anregungen und einem ansprechenden Handout.

Simone Reinisch, 06.09.2010