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Beratung und Begleitung von Kindern krebskranker Eltern -

Um die Beratung und Begleitung von Kindern krebskranker Eltern ging es im Rahmen des Treffens der AG Schulbezogene Jugendarbeit am 21. März 2017 in Mainz. Diplom-Sozialpädagogin Anita Zimmermann vom Mainzer Verein Flüsterpost e.V. berichtete aus ihrer Arbeit und gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wertvolle Tipps für den Umgang mit Betroffenen. Zimmermann ist seit 30 Jahren in ihrem Beruf tätig, davon allein 14 Jahre in einer Akutklinik in Alzey, wo sie ein Beratungsnetzwerk aufbaute.


Der Verein Flüsterpost e.V. wurde 2003 gegründet. Sich auf die Betroffenen einlassen, sie aber auch wieder loslassen können, seien sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für die Kinder und ihre Eltern wichtige Eigenschaften, um neue Perspektiven zu gewinnen. Das heiße aber auch, sich vom alten Leben zu trennen und sich auf eine neue Situation einzulassen. Gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sei es sehr wichtig, offen und ehrlich zu sein und eine klare Kommunikation zu pflegen - "Kinder haben ein Recht auf Information", so Zimmermann. Dabei  ließen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem Grundsatz leiten: "Ich muss nicht immer all das, was ich weiß, dem Kind sofort mitteilen, aber alles, was ich sage, muss wahr sein!"


Der Verein berät pro Jahr 235 Familien bundesweit mit 352 betroffenen Kindern (2016) im Alter zwischen 5 bis weit über 18 Jahren. Da es sich bei Krebs um eine "Familiendiagnose" handele, stehe ein systemischer Beratungsansatz im Vordergrund, der Familienprozesse vor und nach der Erkrankung in den Blick nehme. Unterschiedliche Beratungssettings, Einzel- und Gruppenangebote, Formen der Trauerbegleitung sowie die Vermittlung von Kontakten und weiterer Hilfen nach Bedarf seien Kernbereiche der Arbeit des Vereins. Bestimmte Themen wie "Schuld" und "Liebe", aber auch eigene Möglichkeiten und Grenzen seien häufig Teil der Beratung. Darüber hinaus komme es in der Begleitung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen darauf an, Fantasien von Erwachsenen aufzugreifen, daran anzuknüpfen und sie positiv zu verändern. Auch der Genderaspekt sei mit zu bedenken: Mädchen und Jungen reagierten unterschiedlich, sobald die Diagnose Krebs im Raum stehe. Auch kulturelle Hintergründe seien mitzubedenken. In allem gehe es um die Ermutigung von betroffenen Kindern und Eltern. Dazu helfe Alltagsroutine und ein fester Bezugsrahmen. Über den Krebs zu sprechen, die Krankheit zu benennen, Kindern mehr zu vertrauen und ihnen etwas zuzutrauen sei gerade für Eltern enorm wichtig. Dabei müsse vermieden werden, dass Kinder in die Erwachsenenrolle schlüpfen. Man dürfe weder das Kind noch sich selbst unter Druck setzen - dem eigenen Kind die eigenen Gefühle zu erklären sei hingegen von besonderer Wichtigkeit. Alles in allem keine einfache Aufgabe und kein einfaches Thema - aber eines von großer Bedeutung und Wichtigkeit, dessen sich der Verein Flüsterpost e.V. auf eindrückliche Weise annimmt.


Umfangreiches Material, Hinweise auf Literatur und Medien sowie Angebote der Fort- und Weiterbildung rundeten die Veranstaltung ab.


Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins gibt es im Internet: www.kinder-krebskranker-eltern.de





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