Digitaler Fachtag Rechte Klima- und Umweltdiskurse

Rechte Ökologie? - Wie Rechtsextremist*innen versuchen, in Natur- und Umweltschutz vorzustoßen
Was haben die Begriffe Heimat, Natur und Kulturlandschaft mit den rechtsradikalen Forderungen von „Umweltschutz gleich Heimatschutz“ zu tun? Was geschieht, wenn die Diskussion um nichteinheimische Pflanzen, „Artenreinheit“ und „gesunde Landschaft“ rassistische Bezüge weckt? Welche Strategien der rechtsextremistischen Szene stecken hinter der Instrumentalisierung von Themen des Umwelt- und Naturschutzes und welche Auswirkungen hat dies für den Naturschutz und seine Akteur*innen? Wo finden beide soziale Bewegungen Schnittmengen in ihrer Geschichte?
„Rechte Ökologie“ scheint auf den ersten Blick ein Randthema im Rechtsextremismus zu sein. Tatsächlich ist das völkische Naturverständnis eine der wichtigsten Grundlagen seiner Ideologie. Der Vortrag klärt Zusammenhänge, Hintergründe und Denkfiguren. Darüberhinaus geht er darauf ein, wie Rechtsextremismus Jugendlichen in ihrer Lebensrealität heute begegnet und welche Implikationen für Tätige in der Jugendarbeit diese Erkenntnisse bereithalten.
Dr. Nils Franke, Referent zum Fachtag (weitere Info zur Person: s. unter "Referent*in")

Gutes Leben, aber nicht für alle - Wachstumskritik von rechts
Gemeinschaftsgärten, Repair-Cafés und Veganismus. Zur Zeit tummeln sich eine Vielzahl von Initiativen, die dem „Wachstumscredo“ unserer Zeit eine ressourcenschonende, entschleunigte Lebensweise entgegenstellen wollen. Diese werden gesellschaftlich als vornehmlich grün und links verortet. Doch nicht nur emanzipatorische Kräfte haben diesen wachstumskritischen Zugang für sich entdeckt. Ökologisches, nachhaltiges Wirtschaften und daran geknüpfte Globalisierungskritik sind auch innerhalb der Neuen Rechten en vogue. Dabei werden scheinbar emanzipatorische Elemente “national“ besetzt. Menschenfeindliche und antidemokratische Inhalte sind nicht immer sofort zu erkennen und können sich so unbemerkt in der Mitte der Gesellschaft verbreiten.
Wodurch werden diese menschenfeindlichen Ideen für Jugendliche attraktiv? Wer sind die Multiplikator*innen? Und: Wie können wir diesen rückwärtsgewandten Identifikationsangeboten ihre Attraktivität nehmen? Der Workshop will anhand des Phänomens „rechte Wachstumskritik“ pädagogische Fachkräfte für die ideologischen Verstrickungen von ökologischen Themen und rechtsextremen Denken sensibilisieren.
Lisa Geffken, Referentin zum Fachtag (weitere Info zur Person: s. unter "Referent*in")

 

Die Strategien und Muster, die rechte Akteur*innen anwenden, um Klima- und Umweltdirskurse zu kapern oder zu sabotieren, wollen wir am Fachtag unter die Lupe nehmen.

So möchten wir Multiplikator*innen befähigen, derartige Initiativen zu erkennen und in der Jugendarbeit die Zielgruppe zu sensibilisieren. Zwei Facetten stehen dabei im
Vordergrund: Social Media und der Umgang im „echten” Leben.

 

Datum und Uhrzeit

10.06.2021
09:30 - 16:00 Uhr

Veranstaltungsort

Die Veranstaltung findet digital statt.

Teilnahmegebühr

25,00 EURO

Anmeldung

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Veranstalter

Zentrum Bildung der EKHN
Fachbereich Kinder und Jugend

Kontakt

Melanie Müller-Zacke
06151 6690-138
melanie.mueller-zacke@ekhn.de

Leitung/Verantwortlichkeit

Simone Reinisch (Zentrum Bildung der EKHN)
Philipp Lukas (Förderverein Projekt Osthofen e.V.)

Referent*in

PD Dr. Nils M. Franke
lehrt am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig und leitet das Wissenschaftliche Büro Leipzig. Er ist einer der renommiertesten Umwelthistoriker in Deutschland und hat einen Schwerpunkt in der Prävention gegen Rechtextremismus.

Lisa Geffken
arbeitet bei der Amadeu Antonio Stiftung in der Fachstelle für Politische Bildung und Entschwörung und ist Expertin für rechte Wachstumskritik und Verschwörungsideologien.